Computational Thinking: Deutschland international nur Mittelfeld


Im November 2019 wurden die Ergebnisse der letzten International Computer and Information Literacy Study, kurz ICILS, veröffentlicht. Die im fünfjährigen Turnus durchgeführte Studie erhebt die computer- und informationsbezogenen Kompetenzen von AchtklässlerInnen und gibt Auskunft über den Stand der digitalen Bildung in den untersuchten Ländern.


Wie steht es um die digitalen Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern in Deutschland?

Formulieren wir es positiv und nennen die die gute Nachricht zuerst: Das Leistungsniveau, welches die ICILS 2013 erfasste, wurde gehalten. Außerdem hat sich der Anteil der Lehrkräfte, die digitale Medien täglich in der Schule nutzen fast verdoppelt. Damit liegt die Anzahl bei ganzen 23%. Es gibt jedoch ein Aber: im Vergleich zu den anderen ändern liegt Deutschland damit immer noch am unteren Ende der Rangfolge.

In 2018 integrierte die Studie mit Computational Thinking eine weitere Kompetenz, deren Wissensstand sie bei den Schülerinnen und Schüler testete. Hier zeigt sich leider ein großes Defizit: Deutschland schneidet signifikant unterdurchschnittlich ab.


Was ist eigentlich Computational Thinking?

Computational Thinking beschreibt die Fähigkeit zu lösende Probleme mittels Computer zu identifizieren, Teilschritte zur Lösung zu planen und diese dann von einem Computer oder Menschen ausführen zu lassen. Allgemeiner gesagt: Es geht um die grundlegende Fähigkeit Medien und Algorithmen zur Problemlösung zu nutzen.


Wenn wir uns vor Augen führen, dass zukünftig ein noch größerer Anteil von Berufen mittels Computern auszuführen ist, erweist sich diese Kompetenz zunehmend als Schlüsselkompetenz. Jeder digitale Prozess besteht aus Algorithmen und je mehr wir von Computern umgeben sind, desto mehr fließen algorithmisch programmierte Entscheidungen in unser Leben ein.

„Algorithmisches Denken ist gewissermaßen die Grammatik der digitalen Gesellschaft: Man braucht sie nicht nur, um eine bestimmte Sprache besser zu sprechen, sondern vor allem, um die Struktur des Gesamtsystems zu verstehen.“, so Jörg Dräger und Ralph Müller-Eiselt.

Die Gesamtheit aller SchülerInnen hat in Computational Thinking also international unterdurchschnittlich abgeschnitten. Das ist schon Warnzeichen genug. Schaut man sich die Leistungsniveaus innerhalb der Gruppe an werden Ungleichheiten offenbar. Mädchen schneiden schlechter ab als Jungs, und ebenso wie bei den Ergebnissen der PISA Studie erbringen Kinder mit sozioökonomisch schwachem Hintergrund schlechtere Ergebnisse

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Prof. Dr. Birgit Eickelman, wissenschaftliche Leiterin des Forschungszentrums für ICILS 2018 in Deutschland fasst die Situation so zusammen: „Man muss nicht in jedem Beruf in Zukunft programmieren können, aber der Umgang mit digitalen Medien, ja selbst mit Algorithmen, ist bald in fast jedem Beruf gefragt. Zugespitzt formuliert: Auf dem Weg ins digitale Zeitalter ist ein beachtlicher Teil der Jugendlichen weitgehend abgehängt.“


An dieser Stelle müssen Bund und Ländern dringend handeln. Der Digitalpakt ist nur ein Schritt von vielen, die notwendig sind, um signifikant und schnell in Sachen digitaler Bildung aufzuholen. Bei all den Bedarfen in diesem Bereich dürfen die Themen Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit nicht außen vorgelassen werden.


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